Lila-Violett gemustertes Kleid Schnittmuster Megan Tilly and the Buttons
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Ein Kleid im Kornfeld – Megan Dress von Tilly and the Buttons

Werbung, da Markennennung.

Für mein letztes Kleid, das ich hier vorgestellt habe, habe ich in der Tat nur sieben Tage gebraucht. Das ist eine große Ausnahme für mich, schon immer gewesen. Früher, als ich Vollzeit gearbeitet habe, und jetzt umso mehr, wenn ich eigentlich 24/7 für die Betreuung meines kleinen Engels zuständig bin. Als Ausgleich zeige ich euch, wie es bei mir auch – sehr oft – läuft.

Das Fünf-Jahre-Kleid

Tadaaa: mein „zum-Glück-passe-ich-da-noch-rein“ Langzeitprojekt Megan Dress.

Megan Dress Schnittmuster schlichtes Kleid im Kornfeld

Auf Instagram habe ich die Chronologie bereits kurz umrissen: 2014 kaufte ich das frisch erschienene Buch „Love at First Stitch“ der großartigen Tilly (and the Buttons). Ein paar Wochen später erblickte ich den lila gemusterten Reststoff beim Abverkauf und wusste sofort: es wird ein Megan Dress aus diesem Buch.

Ich weiß nicht, ob der Nähbeginn bei den meisten Näherinnen so war, aber ich habe anfangs monatelang, ja wirklich Monate! für ein einziges Projekt gebraucht. So kam es, dass ich den Stoff erst 2015 zugeschnitten habe. Den Stoff und das Futter dazu, obwohl das Kleid im Buch – ein Anfängermodell! – natürlich ohne Futter vorgestellt wird. Was war ich stolz auf mich.

Schnittmuster Megan Dress Tilly and the Buttons

Tja, aber dann kam das Projekt, kaum das ich das Futter zusammengenäht habe (ja, mit dem Futter fange ich immer an; sonst noch wer unter euch?) irgendwie in eine Stofftasche und dann in eine Ecke. Vielleicht kam mir dieses Kleid dazwischen. Oder auch dieser toller Karo-Rock.

Ich weiß es nicht mehr genau. Auf jeden Fall hatte ich nach diesen bombastischen Projekten wohl keine Lust auf ein schlichtes Baumwollkleid und außerdem war es Winter! Dann kamen weitere Nähkurse in der Volkshochschule mit anderen spannenden Schnittmustern, dann meine zwei Semester an der Modeakademie; und schließlich meine Schwangerschaft und die erste Babyzeit…

Kurzes Baumwollkleid fotografiert im Kornfeld

Es war schließlich im Dezember 2018, als ich das Kleid wieder hervorgeholt habe, mit der Absicht, es für meinen Geburtstag im Jänner fertig zu stellen. Ich habe es im Nu fertig gehabt – mein Sohn hatte gerade eine gute Durchschlaf-Phase und das Kleid ist wirklich nicht schwer! Ich habe es natürlich nicht an meinem Geburtstag angehabt. Auch wenn ich ein Hitzkopf bin und zum Weggehen grundsätzlich immer kurze Ärmel trage, dieses Kleid aus dünner steifer Baumwolle spricht doch einzig und eindeutig Sommer zu mir.

Lila Kleid selbstgenäht Schnittmuster Megan Dress

Meine Anpassungen

Ich habe nur ein paar ganz einfache Anpassungen gemacht, schließlich war ich damals ein blutiger Anfänger. Aus heutiger Sicht und mit meinem – haha – After Baby Body könnte ich auf sie alle verzichten.

Ich habe den Rock um 8-10 cm verkürzt, wenn ich mich nicht irre. Total überflüssig für die Juli von 2019 – ich würde mich einen Tick wohler fühlen, wenn das Kleid etwas länger wäre.

Ich habe an den Seitennähten ein paar cm weggenommen, schließlich wollte ich, dass das Kleid perfekt sitzt! Tja, auch wenn meine Taille wieder denselben Umfang hat, meine Rippen sind in der Schwangerschaft etwas auseinander gegangen und auch so geblieben. Direkt unter der Brust fehlen mir also genau diese 2 cm für den optimalen Tragekomfort.

Um ehrlich zu sein, ich weiß es absolut nicht mehr, ob ich in Hüfthöhe etwas weggenommen habe. Ich habe allerdings das Gefühl, dass auch hier 2 cm mehr Umfang nicht schaden würden. Für mein nächstes Megan Dress füge ich diese einfach hinzu.

Bis auf diese Kleinigkeiten, die ich meinem Übereifer zu verdanken habe, sitzt und passt das Kleid einfach super. Wenn alle Tilly and the Buttons Schnittmuster so gut zu meiner Figur passen, muss ich sie einfach alle nähen! Wobei die neueren Modelle etwas weniger zu meinem Kleiderschrank und meinem Stil passen… Aber auch diesen sollte ich vielleicht eine Chance geben – die wunderbare Tilly ist in etwa gleichzeitig mit mir Mama geworden und muss wissen, wie man den Sandkasten rockt!

Megan Dress Tilly and the Buttons

Das Futter

Da diese Baumwolle sehr dünn und gleichzeitig ziemlich steif ist, war für mich sofort klar, dass ich noch ein Futter rein basteln muss. Um ehrlich zu sein, ich weiß noch immer nicht, wie man ein Kleid „fachmännisch“ richtig füttert – in meinem Nähkurs haben wir das Futter einfach mit der Hand auf den Besätzen festgenäht. Oder ist es schon die übliche Vorgehensweise?

Ich habe alle Schnittteile bis auf die Ärmel aus violettem Viskosestoff zugeschnitten, zusammengenäht und schließlich am Halsausschnitt-Besatz, am Reißverschluss und an den Ärmelnahtzugaben des Kleides angenäht. Hat richtig gut geklappt.

Als ich das Kleid angefangen habe zu nähen – und das Futter hatte ich als allererstes fertig! – hatte ich noch keine Overlock. Kein Problem, dachte ich, bei Kleidung, die gefüttert wird, muss man die Nähte gar nicht versäubern! Ähm, ich glaube, da lag ich falsch. Vermutlich muss man das nicht bei Blazern oder Mänteln, wenn das Futter wirklich „geschlossen“, also rundum angenäht wird. Bei einem Kleid oder Rock hängt das Futter hingegen frei. Da kommt auch bei Kaufkleidung immer die Overlock zum Einsatz. Und auch an der Modeakademie haben wir das Futter immer „geendelt“, wie wir es genannt haben.

Als ich das Projekt wieder aufgenommen habe, wollte ich es einfach nur fertig haben. Wird schon nicht so schlimm sein, dass keine einige Naht versäubert ist, dachte ich. Ist es auch nicht. Aber nach jedem Waschen schneide ich fluffige lila Tierchen vom Innenleben meines Kleides ab… Ich fürchte, dadurch ist mein Kleid nicht gerade zur Langlebigkeit bestimmt, aber zum Glück habe ich viele andere selbstgenähte Kleider und es kommen quartalsweise neue dazu. Diesen Fehler werde ich auf jeden Fall nicht mehr machen.

Megan Dress Sommerkleid im Kornfeld

Das Gesamtoutfit

Kleid: Megan Dress aus dem ersten Buch von Tilly and the Buttons „Love at first Stitch“

Stoff: Reststück gemusterte Baumwolle von Komolka Wien.

Tasche mit lila Pompon: H&M

Mädchen im lila Kleid im Kornfeld

3 Comments

  • blaupause7

    Hallo Juli,

    ein sehr hübsches sommerliches Exemplar mit einem Muster, das auch mir gefallen würde, wo ich selten mal florale Muster trage. Mir geht’s mit der Kleiderlänge ähnlich. In kurzen Kleidern fühle ich mich nicht mehr so wohl, weil ich immer denke, das sieht bei mir wie eingelaufen aus, weil ich so lange Beine habe.

    Beim Füttern bin ich nicht der Profi, sehe aber in Anleitungen immer den Hinweis, dass bei Jacken und Blazern am Rücken eine sogenannte Bequemlichkeitsfalte 2 cm breit einkalkuliert werden soll. Wie das bei Kleidern ist, kann ich nicht sagen, da ich bisher nur Röcke gefüttert habe… vielleicht hilft Dir ja dieses Video weiter?

    [youtube=https://www.youtube.com/watch?v=3OP-w4OaqCk&w=640&h=360]

    LG
    Ulrike

    • Juli

      Danke für den Link, das ist ja genial! Das Video werde ich so bald wie möglich in voller Länge anschauen, wenn mein Kleiner wieder mal vor 20:30 schlafen geht… irgendwann müssen die Zeiten ja wieder kommen )) Das Wissen werde ich sicher bald brauchen, denn man kann nie genug Etuikleider haben. Diese werden immer! gefüttert verkauft, auch in absoluten Billigläden. Klar, so sitzen sie einfach besser. Aber ich habe sehr oft Schnittmuster gesehen, zB auch bei La Maison Victor, nicht nur bei Burda, die kein Futter vorsehen. Man traut uns Heimnäherinnen einfach zu wenig zu ))
      Und ja, bei Blazern und Westen gibt es diese Bequemlichkeitsfalte, das haben wir in der Modeakademie auch so gezeichnet. Das ist ja noch das geringste Problem, ich habe in der Akademie eine Weste genäht, bevor ich die Ausbildung aufgrund von meiner Schwangerschaft abgebrochen habe, und ich könnte das nicht einfach so wieder zu Hause nachmachen, so viele Arbeitsschritte, meine Güte!!
      Ganz liebe Grüße
      Juli

      • blaupause7

        Deswegen dachte ich, so ein Video wäre mal eine gute Idee. Selbst wenn in der Burda beschrieben wird, wie ein Futter eingenäht wir´d, ist das so umständlich geschildert, dass ich es mir nicht vorstellen kann. Aber beim Zuschauen versteht man es evtl besser.

Was denkst du? Red mit!

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